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Der Notausgang Konzertreview

ANGRY SAMOANS / RZGS, WIESBADEN SCHLACHTHOF

SAMSTAG, 26. JUNI 2007

 

Ich muss vielleicht etwas ausholen, um begreiflich zu machen, was es mir bedeutete an diesem Abend dabei zu sein um die ANGRY SAMOANS live zu sehen. Ich meine, mit Begriffen wie „Legende“ wird oft leichtfertig umgegangen und im Grunde bin ich kein Fan von Superlativen, aber in der Welt des Punkrocks, sind die SAMOANS schon so etwas wie Helden. Gegründet wurde die Band bereits 1978, sie gehörten nicht zu der etablierten Hollywood-Szene, wie etwa die von Rodney Bingenheimer hofierten GERMS. Mit Bands wie BLACK FLAG oder die DESCENDENTS gehörten sie eher zur Hardcore – Gegenbewegung die in den Vororten und Orange County entstand, wie zur gleichen Zeit auch junge Punks in Washington DC und Boston versuchten, einen eigenen Stil zu entwickeln, angepisst vom kommerziellen Ausverkauf der englischen Vorbilder wie den SEX PISTOLS oder den ausgebrannten Glamrockbands. Es entstand ein wütender, junger und frischer Underground, der den Etablierten den Finger zeigte. Die ANGRY SAMOANS drückten ihre Wut eher in schrägem und bissigem Humor aus und eine ihrer Zielscheiben, der DJ Rodney Bingenheimer, war so erbost über ihre Attacken, dass er gar zum Generalboykott gegen die Band aufrief, welche dann kurzerhand unter dem Decknamen QUEER PILLS fungierte. Leider ernteten die SAMOANS nie die Anerkennung und den Erfolg wie andere Bands, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass sie nicht gerade Workaholics sind, ihr Output der letzten so 25 Jahre kam eher sporadisch, im Grunde gibt es nur 2 richtige Studio LP´s und sonst noch Compilations mit Demos, Livesachen und sonst noch was, dann die ein oder andere Single und noch die Solosachen von Sänger Mike Saunders unter dem Namen METAL MIKE. So, jetzt aber mal zum Konzertabend im Wiesbadener Schlachthof: Mit was weiß ich wie vielen Leuten wollten wir ursprünglich dahin fahren, im Endeffekt waren wir zu viert, alle anderen sind aus den verschiedensten Gründen abgesprungen, dazu konnten wir erst reichlich spät los, da AJ spät von der Arbeit kam (working men are pissed), so verpassten wir bedauerlicherweise die Vorband RZGS, deren im Netz gefundenen Songs eigentlich recht viel versprechend klangen, sehr 80er NDW-Punkmässig (Cover von ROTZKOTZ), die FEHLFARBEN fallen einem ein und die mag ich ja sehr!

Nun gut, als wir eintrafen hatten die SAMOANS bereits 10-15 Minuten von ihrem Set hinter sich, was bei der Kürze ihrer Songs schon übel ist. Wenigstens war der Eintrittspreis auf´n Zehner runtergeschraubt (normalerweise happige 18!). Nur Beate, die noch etwas nach uns kam, hatte blöderweise im VVK zugeschlagen und den vollen Preis berappt – armes Ding. Der Saal (der kleinere war´s) ist schon recht gefüllt gewesen, es gab vor der Bühne durchgehend einen tanzenden Pogopit, auch die Band zelebrierte Spielfreude und fast alle Hits, doch die einer Legende angemessene Explosion fand einfach nicht statt. Zu viele Zuschauer standen einfach nur wippend mit verschränkten Armen herum. Natürlich ist es für ALTE Fans, wie ich z.B., nahezu unmöglich eine ganze Stunde wild zu tanzen und herum zu springen (nicht ohne Herzinfarkt), aber es waren schließlich genügend jüngere anwesend (Ja,ja, die Jugend von heute Hihihi). Lustig und weise wussten auch die Ansagen zu gefallen, wie „…there are no dresscodes in Punkrock…“ oder die Aufforderung an alle die wollten, ihre Abneigung gegen den eigenen Vater durchs Mikro kund zu tun, worauf dann „my old man´s a fatso“ gespielt wurde und noch weitere Schoten. Nach dem nicht all zu langem Set wurden noch einige Zugaben gegeben (Von der STP-LP kam leider nur ein einziges Stück), dann war es auch schon vorbei. Recht früh und im strömenden Regen fuhren wir schließlich zufrieden aber nicht befriedigt nach Hause.

THOMAS

Abschließend noch ein Paar Links zu den Angry Samoans:

Releases:
Angry Samoans beim Flex

Videos vom Konzert:
Angry Samoans bei youtube

Gute Bilder vom Konzert:
Angry Samoans bei flickr

Infos über Angry Samoans:
Angry Samoans bei Wikipedia DE
Angry Samoans bei Wikipedia EN
Offizielle Seite
Angry Samoans Seite von Greg Turner
Angry Samoans auf myspace

Die Vorband:
RZGS auf myspace

Wie versprochen etwas neues vom Notausgang. Das Review wurde von Thomas verfasst.

Nachfolgend noch ein paar Bilder:

samoans1.jpg

samoans2.jpg

samoans3.jpg

samoans4.jpg

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 21. Juni 2007 um 08:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter "Der Notausgang" online, Bilder abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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Ein Kommentar zu “Der Notausgang Konzertreview”

  1. weiss

    Am 21. Juni 2007 um 09:26 Uhr

    super! konzertbericht von tommy! hoffentlich kommt so was mal öfter hier. hab grad gestern noch an das konzert gedacht und mich geärgert daß ich arbeiten musste. also war das hier was anderes als der jämmerliche misfits auftritt in trier letztes jahr.